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Carl-Heinz Dirks: Herr Professor, …
Johs. Althusius: Nennen Sie mich einfach Althusius, auf Titel gebe ich nichts.
D: Johannes Althusius, Sie sind international bekannt als Politologe, Sie waren lange Jahre Syndikus der Stadt Emden, man könnte sagen, der Oberstadtdirektor, aber Sie haben die Stadt nicht einfach verwaltet und in Rechtsangelegenheiten vertreten, sondern Sie machten aus Emden eine kleine Republik, fast einen Stadtstaat.
A: Das war unser Ziel.
D: Richtig populär sind Sie bisher aber nicht. Antholz schrieb einmal, Sie seien humorlos. Ihnen ist dieses Urteil bekannt, sonst hätte ich das hier nicht erwähnt; lassen wir die Aussage als Vorurteil stehen. Man weiß jedenfalls, dass Sie ein Gegner des Theaters und des Gesanges sind, darauf kommen wir noch zurück. Aber 1982 zum Beispiel schrieb ein Emder Bürger in einer biographischen Skizze: „Einen Vorteil hat jedoch die Sprödigkeit des Althusius: Sie verhindert die touristische Vermarktung eines bedeutenden Emders. Wenn auch nicht ganz auszuschließen ist, dass sein Bildnis eines Tages auf einem Schokoladentaler auftaucht, so ist doch kaum zu erwarten, dass jemand ein Genussmittel nach ihm benennt; selbst für einen ganz herben Spiritus gäbe dieser Geist keinen geeigneten Namen ab.“ Was sagen Sie dazu?
A: Ach wissen Sie, dieser Claudi. Ich kann seine Bemerkungen, auch wenn Sie spöttisch gemeint sind, nur als Bestätigung empfinden. Er spielt ja auch auf die doppelte Bedeutung des Wortes „Spiritus“ an, was ja nicht nur harten Fusel, sondern auch Geist bedeutet. Dafür bin ich zuständig.
D: In Emden hat man eine Straße nach Ihnen benannt und ein Gymnasium. Können Sie sich darüber freuen?
A: In Emden hat man viele Straßen nach den ostfriesischen Grafen benannt, Graf Enno, Graf Edzard, und so weiter, Graf Johann – der was immerhin reformiert, dann die lange Cirksenastraße. Die wirklich bedeutenden Männer dieser Stadt sind da ein bisschen an den Rand gedrängt. Bolardus, Menso Alting, schon außerhalb des Walles. Und Sie, wissen Sie denn, wo die Ubbo-Emmius-Straße ist? – Nun, das bedeutet mir nichts.
D: Aber das Gymnasium. – Schule lag Ihnen doch immer am Herzen. Ich denke an Ihre Schrift „Über den Nutzen, die Notwendigkeit …
A: Ja, das Gymnasium. Es ist zu bedauern, dass eine so hervorragende und für das Menschen­geschlecht notwendige Sache nicht ihr verdientes Lob erhält. Da ist es kein Wunder, dass man jetzt die Schulen für wertlos hält und, ich möchte sagen, beinahe verkommen lässt. Aus der heiligen Schrift ist bekannt, dass der Mensch, mit der Kenntnis des Guten und dem Bilde Gottes ausgestattet, sich durch außerordentliche Weisheit, Gerechtigkeit und Ehrenhaftigkeit ausgezeichnet hat. Aber da die ersten Menschen durch den Sündenfall aus eigener Schuld dieses Licht der Erkenntnis zum größten Teil verloren haben, ist es notwendig, Schulen einzurichten.
Denn wie ein Acker, mag er noch so fruchtbar sein, ohne Bebauung keine Früchte hervor­bringen kann, so ist es auch mit uns nach dem Sündenfall von Natur bestellt. Ich zitiere Cicero: „Es gibt nichts, wodurch wir den unsterblichen Göttern ähnlich werden, als durch Wissen.“
D: Das klingt aber alles sehr theoretisch.
A: Oh, lassen Sie mich Beispiele bringen aus der Geschichte. So nahm man im jüdischen Staat die Richter und Beamte aus dem Stamm Levi, weil dieser sich mit den Wissenschaften beschäftigte. Und solange Salomo gelehrte und fromme Männer um sich hatte, und ihren Rat gebrauchte, hatte er ein blühendes Reich. Karl der Große erhielt seinen Beinamen „der Große“, weil er die verfallenen Schulen und Akademien wieder errichten ließ. Aber kehren wir zu unseren Jahrhunderten zurück! Wann ist die katholische Kirche in so barbarische Lehre, Sitte und Religion verfallen? Ohne Zweifel, nachdem die Schulen gründlich vernachlässigt und verdorben wurden.
Aber ihr Nutzen und ihre Notwendigkeit sind tatsächlich einzigartig. Gott hat dem Menschen kein besseres Geschenk gemacht als die Schule.
D: Hoffentlich liest der Kultusminister dies. – Gut, soviel zum Johannes-Althusius- Gymnasium …
A: Wissen Sie übrigens, dass mein Freund Ubbo Emmius Schüler dieser Anstalt war? Von 1556 bis 1565 ist er auf die Emder Lateinschule gegangen, die damals allerdings noch in der Altstadt lag, in der Nähe der Großen Kirche. Interessant, dass die Lateinschule später „Wilhelmsgymnasium“ hieß nach dem Preußenkaiser, ein Beispiel für Untertanengeist. Und nach dem Zweiten Weltkrieg dann schlicht „Gymnasium für Jungen“. Dass die Schule jetzt meinen Namen trägt, halte ich übrigens für eine Entscheidung aufgrund eines Irrtums.
D: Das müssen Sie erklären.
A: Es scheint mir recht offensichtlich. 1972 wurde der Name ausgesucht. Man hätte ja die Bezeichnung „Gymnasium am Hinter Tief“ wählen können, aber so kurz nach 1968 wollte man wohl einen Namen als Programm: Althusius, der Mann des Widerstandes gegen die Staatsgewalt, ein Vater des Grundgesetzes, Freiheit für jedermann … Heute sagt man ja wohl auch jedefrau … Sehen Sie, das ist eine Verkennung meiner Prinzipien. Ich bin kein Anarchist.
D: Das Grundgesetz, unsere freiheitlich-demokratische Ordnung, mit Anarchie gleichzusetzen scheint mir doch reichlich überzogen.
A: „Alle Menschen sind gleich“, das ist eine These, die ich zutiefst ablehne. Schon der Augenschein überzeugt jeden vernünftigen Menschen vom Gegenteil. Die Menschen sind verschieden, und das ist gut so.
D: Sind Sie Calvinist?
A: Warum fragen Sie das?
D: Es würde passen. Die Sittenstrenge einerseits, andrerseits die feste Überzeugung, dass die Welt, so wie sie ist, prinzipiell gut eingerichtet ist. Und – wer immer strebend sich bemüht, …
A: den werden wir erlösen. Schön, dass Sie Goethe zitieren. Der hatte ein tiefes Gefühl für diese Dinge. Ja, was er hier dichterisch formuliert, das ist calvinistische Lehre: Arbeit, Anstrengung, Engagement, das zeichnet den Menschen aus. Goethes Faust ist am Ziel seines Lebens angekommen, obwohl fast blind und in vieler Hinsicht gescheitert, als er hört, wie die Menschen beim Landgewinnungsprojekt „frei“ werden.
Sie wissen ja, dass Goethe diese Lösung gar nicht selbst eingefallen ist, er bekam die Anregung von seinem ostfriesischen Freund Reil aus Rhauderfehn. Der hatte Goethe vom Deichbau erzählt, und dass dadurch die Friesen frei geworden seien.
D: „Arbeit macht frei“, das mag man nach Auschwitz kaum denken.
A: Die Nazis haben vieles missbraucht. Aber ich muss mich, was das betrifft, sicher nicht rechtfertigen. Meine Schriften. meine Theorie und meine Praxis beweisen, dass ich solcher Tyrannei absolut entgegenstehe. Ich halte nichts vom Verse Römer 13, „Seid untertan der Obrigkeit“ in Luthers Auslegung. Luther brauchte damals die Fürsten und hat ihnen da ein Herrschaftsmittel in die Hand gegeben. Wohin das führt, haben wir ja gesehen.
D: Immerhin beruft er sich auf die Bibel.
A: Ich habe in meiner „Politica“ weit über 2000 Bibelstellen zitiert und verarbeitet, erzählen Sie mir nichts von der Bibel. Ich habe anhand eben der Bibel, besonders mit Hilfe des Alten Testamentes, sorgfältig herausgearbeitet, dass Widerstand gegen Tyrannei berechtigt ist. Unter Umständen.
D: Da steht jetzt Meinung gegen Meinung. Ich möchte Ihrer Auffassung unbedingt den Vorzug geben, aber wie kommt Luther zu seiner Sichtweise?
A: Ich habe ihn nie gefragt. Aber wie gesagt, er war ja als Ketzer in Lebensgefahr, wie Johannes Hus 100 Jahre vorher, er hatte den Bauernkrieg ausgelöst. Ohne es zu wollen, selbstverständlich. Aber so geschieht es eben, wenn Menschen plötzlich alle Maßstäbe verlieren. Und da hat Luther sich dann auf die Seite der Fürsten geschlagen, um Recht und Ordnung wiederherzustellen. – Doch genau hier, genau hier liegt ja ein bekanntes Problem, auch darauf habe ich schon in meiner „Politica“ hingewiesen.
D: Sie beziehen sich auf Ihr berühmtes Werk „Politica methodice digesta“ von 1603, das allerdings nur auf lateinisch und englisch vorliegt, nur in Teilen bisher auf deutsch. (Das eben für unsere Leser).
A: Selbstverständlich. Also zum Problem. In der Tat werden Fragen und Aufgaben der Politik von vielen behandelt, besonders aber von Theologen, Philosophen und Rechtsgelehrten. Damit wir aber einander ähnliche Dinge recht unterscheiden lernen, gilt es mit Besonnenheit und gesammelter Urteilskraft scharf auf ihr Wesen zu blicken.
Sehr notwendig ist es dabei, die wahre und ursprüngliche Wesensart jeder Wissenschaft fest im Blick zu behalten und sorgfältig darauf zu achten, dass die ihrem Wesen gezogenen Grenzen nicht überschritten werden, denn wir wollen mit unserer Sichel keine fremde Ernte einfahren.
D: Und das hat Luther getan?
A: Er war ein ausgezeichneter Theologe, hier hat er aber Regeln der Politik aufgestellt, und damit die Grenzen seines Faches überschritten. Nur der Politologe kann nämlich richtig lehren, welche Merkmale der höchsten Gewalt zukommen. Überhaupt vermag nur er zu erkunden, was für den Aufbau des politischen Ganzen wesentlich ist. Der Rechtsgelehrte wiederum weiß von politischen Verhältnissen, wie beispielsweise vom Vertrag zwischen Volk und Herrscher, nur das zu erfassen, was an Rechten aus dieser Lage folgt; das Tatsächliche sieht er nicht.
Übrigens ist die Denkungsart eines jeden der beiden an seinem Orte berechtigt. Der eine spricht von der sozialen Wirklichkeit, der andere über das sie regelnde Recht.
Die Lehre von der höchsten Gewalt aber ist, wie schon gesagt, ausschließlich ein Gegenstand der Politik.
D: Und da vertreten Sie als einer der ersten die Ansicht, dass die höchste Gewalt immer beim Volk liegt. Herrschende Lehre war ja, dass das Volk keine höchste Macht haben könne, dass die höchste Macht wesensmäßig dem Fürsten zukomme.
A: Die herrschende Lehre ist die Lehre der Herrschenden. So ähnlich haben es deutsche Studenten vor wenigen Jahren treffend formuliert.
D: Und von daher ist es kein Zufall, dass Sie und ihre politische Theorie in Deutschland schnell und gründlich „vergessen“ wurde. In großen deutschen Lexika von Beginn dieses Jahrhunderts sucht man vergeblich nach Althusius.
A: So ist es. Erst Otto Gierke hat mich wiederentdeckt, wenn auch völlig missverstanden, aber damit kann man leben. Und zu danken habe ich natürlich Hans Werner Antholz. Dessen Werk „Die politische Wirksamkeit des Johannes Althusius in Emden“, erschienen 1954 bei der Ostfriesischen Landschaft, ist bis heute ein Standardwerk.
D: 1955 war das.
A: Stimmt. 1954 war seine Dissertation. Das Gedächtnis – ich werde älter.
D: Außerhalb Deutschlands waren Sie durchweg berühmter und bekannter. Wir haben ab und zu amerikanische Austauschschüler an unserem Gymnasium, denen sagt der Name „Johannes Althusius“ etwas.
A: Das ist ja kein Wunder. Für den deutschen Obrigkeitsstaat war meine Lehre ja geradezu gefährlich, die USA aber sind ein Land, das sich als Kolonie von Großbritannien freikämpfen musste, da ist eine Theorie vom Widerstand gegen die Obrigkeit natürlich sehr zweckmäßig. Und so entwickelt sich dann auch ein Interesse in der politischen Wissenschaft, ich denke da besonders an Carl Joachim Friedrich: „The Life and Environment of Johannes Althusius“ und seine englische Ausgabe meiner „Poltica“. Wie gesagt, die Amerikaner konnten sich an meiner Lehre orientieren und taten das natürlich auch.
D: Heute ist es weitgehend Konsens, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht. Es ist ein Kennzeichen für Demokratie.
A: Mit allem Vorbehalt. Ich räume zum Beispiel ein, dass die höchste Gewalt einem Fürsten oder anderen Träger, gleichsam ihrem Verwalter, anvertraut ist. Das Eigentum und die Nutzung an dieser Gewalt bleibt aber völlig dem Volke, dem sie zusteht. Selbst wenn es wollte, könnte es nicht darauf verzichten. Es kann sie auch nicht beliebig einem anderen übertragen, so wenig jemand sein Leben einem anderen übertragen kann. Wenn ein Herrscher versuchen wollte, sich Eigentum oder alleinige Nutzung der höchsten Gewalt anzumaßen, würde er damit von selber aufhören, Herrscher zu sein und zu einem bloßen Privatmann, ja Tyrannen herabsinken.
Stets bleibt die höchste Gewalt Eigentum des Volkes als ganzem, ein Einzelner kann sie niemals für sich beanspruchen.
D: Dieses alle würden viele Menschen sofort unterschreiben. Aber ich habe das Gefühl, dass Ihre Aussagen bislang noch sehr theoretisch-abstrakt sind. Was heißt denn „Volk“, „höchste Macht“, „Gemeinschaft“ und …

A: Gut. Was ist Politik? Die Lehre vom Zusammenleben der Menschen. Das Zusammenleben zu fördern, ist Sinn der Politik. Die Gemeinschaftsbildung entsteht durch ausdrückliche oder stillschweigende Übereinkunft. Damit verpflichten sich die Menschen zur Einigung über alles, was zum genossenschaftlichen Leben nötig und nützlich ist.
D: Mir fällt auf, daß Sie immer wieder von der Genossenschaft, dem Volk als ganzem, der Gemeinschaft sprechen.
A: Um ein menschenwürdiges Leben zu führen, ist niemand sich selbst genug oder von der Natur hinreichend ausgestattet. Denn der Mensch wird bar aller Hilfsmittel geboren. Nackt und wehrlos, wie ein Schiffbrüchiger, wird er in die Drangsale des Lebens geworfen. Keiner wüßte sich da zu schützen, wenn nicht andere für ihn einträten.
Doch auch im reifen Alter findet der Mensch, was zu einem wahrhaft menschlichem Leben notwendig ist, nicht in sich selber vor. Alle lebensnotwendigen Hilfen findet er nur in der Gemeinschaft.
D: Und diese muß sich Regeln geben?
A: Natürlich. Die allgemeinste und grundlegende Regel ist, dass unterschieden werden muss zwischen der Obrigkeit und den Untergebenen. Vom Ursprung der Menschheit an hat es Gewalthaber und Unterworfene gegeben. Keine Regierung ist ohne Befehlsgewalt und Gehorsam der Regierten vorstellbar.. Dies ist auch der Natur des Menschen gemäß. Ohne Herrschaft gäbe es weder Familie noch Staat, die ganze Schöpfung beruht auf diesem Verhältnis.
D: Die Freiheit des Einzelnen, ein Recht auf Selbstbestimmung des Individuums lehnen Sie also ausdrücklich ab.
A: Völlig richtig.
D: Außer in Glaubensfragen.
A: Unbedingt. Glaube ist eine Gabe Gottes. Da ist jeglicher Zwang von Übel. Darum habe ich mich ja auch deutlich gegen die sogenannte Hexenverfolgung ausgesprochen. Oder nehmen wir mein Gutachten von 1561 zur Situation in Frankfurt. Da gab es vier Religionen, ich sprach mich hier für die Duldung der verschiedenen Überzeugungen aus. Nebenbei, ich sprach mich auch für die Duldung der Juden aus . . .
D: Da unterscheiden Sie sich deutlich von Martin Luther.
A: Luther hat leider einige sehr böse Dinge formuliert, sehr bedauerlich, leider auch sehr folgenschwer.
D: Johannes Althusius – ein Mann des Ausgleichs? Ich bin da skeptisch. Im Falle Frankfurt sind Sie als Wissenschaftler Vertreter des Kompromisses gewesen, aber in Emden fahren Sie als Leiter der Politik einen harten Kurs. Ist das der bekannte Widerspruch zwischen Theorie und Praxis?
A: Wenn alles so einfach wäre . . . Wir konnten nicht anders. Sehen Sie, . . .
D: Dass die Lutheraner keinen Gottesdienst halten durften, später keinen Kirchturm hatten, dass Sie mit dem Einsatz von Soldaten lutherischen Gottesdienst sogar in Harsweg verhinderten, das weit außerhalb von Emden lag, der Überfall 1609 auf das Schloss des Grafen von Ost­friesland, – alles Sachzwänge?
A: Sehen Sie, das ist doch sehr einseitig, was Sie da anführen, das ist doch nicht ehrlich. Mit den Lutheranern haben wir doch Verträge geschlossen, und die hat unsere Seite sehr sorg­fältig eingehalten, Buchstabe für Buchstabe, Komma für Komma. Harsweg zum Beispiel lag innerhalb unserer Kanonenschussweite, damit auf Emder Gebiet. Rechtlich völlig eindeutig, denke ich. Und der Überfall auf das gräfliche Schloss: Wir hatten stärksten Verdacht, dass der Graf ein Landesverräter war. Dabei wurden sicherlich Fehler gemacht, aber bitte: Wir haben in einem öffentlichen Prozess gegen den Hauptmann Wessels und seine Unterführer die Sache aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen.
D: Und dass Sie 1618 Enno III. einige Wochen in Emden gefangenhielten?
A: Eine Unterstellung. Wir hatten Seine Gnaden untertänlich gebeten, in Emden zu verharren, bis durch seine Präsenz und Autorität alles wieder in ruhigen Stand versetzt sei, wir waren in Sorge um seine Sicherheit. Wir waren natürlich dankbar, dass England und die Generalstaaten in diesem Fall vermittelnd eingriffen.
D: Also, mir gefällt das nicht. Und Sie haben in diesem Punkt viele Kritiker.
A: Wir konnten nicht anders handeln, als wir es taten. Sie müssen nicht das reiche und mächtige Emden sehen, die quasi autonome Republik, den größten Hafen Europas. Das ist Klischee. Emden ist nicht Venedig, Frankfurt, Straßburg, – es ging für uns um Kopf und Kragen. Da wäre zum Beispiel mein Freund Menso Alting: Als er 1594 nach Groningen will, zur Feier der „reductie“, der Befreiung vom spanischen Joch, da will der ostfriesische Graf das verbieten: Einmischung in innere Angelegenheiten. Da wäre zum Beispiel mein Freund Ubbo Emmius: Er ist Rektor in Norden, einer lutherischen Stadt. Weil er Calvinist ist, musste er dieses Amt aufgeben: Ein Fall von Berufsverbot.
D: Er war dann Rektor in Leer, später in Groningen, und gründete dort 1614 die Universität.
A: Glücklicherweise. Aber seine Gegner wollten seine Existenz vernichten. Doch wenn das noch nicht ausreicht: Sie haben sicherlich schon von den Wiedertäufern in Münster gehört?
D: Wenig und nichts Genaues.
A: Das scheint jetzt weit hergeholt, aber sagen Sie selbst, was sind in der Geschichte 70 Jahre? 1533 hatten die Wiedertäufer in der Stadt Münster die Mehrheit und haben dort eine neue Gesellschaft auf der Grundlage der Bibel gebildet. Das passte dem Landesherrn, dem katholischen Bischof von Münster, nun gar nicht, und er hat alles unternommen, diese alternative Gemeinschaft zu zerstören. Mit Gewalt, Betrug, Verrat und im Bündnis auch mit evangelischen Fürsten ist ihm dies dann auch 1535 gelungen. Die Anführer der Wiedertäufer wurden gefoltert, getötet und die Leichen in Käfigen am höchsten Kirchturm aufgehängt. Dieses Schicksal wollten wir uns und unserer Stadt Emden ersparen.
D: Die Täufer wurden im gesamten Reich aufgrund ihres Glaubens verfolgt.
A: Bis auf wenige Ausnahmen. Ostfriesland war so ein Sonderfall. Hier herrschte ja im Jahr­hundert der Reformation eigentlich das Chaos. Was wäre sonst wohl aus Emden geworden, oder auch aus den vielen niederländischen Flüchtlingen … Aber bitte: Sie dürfen niemals vergessen, daß unsere calvinistische Konfession illegal war. Im Augsburger Religionsfrieden 1555 war nur die lutherische Lehre anerkannt worden. Wir waren Verfolgte …
D: Immerhin mit dem großen Bruder im Rücken. Wenn es hart auf hart ging, standen die Niederländer doch hinter Emden.
A: Wenn es auch um ihre Interessen ging. Unsere Politik musste sehr sorgfältig geplant werden, damit Emden mehr war als ein Außenposten der Generalstaaten. Ich habe mich immer darum bemüht.
D: Innenpolitisch waren Sie dabei nicht gerade zimperlich. Sie entmachten de Kirchenrat, am liebsten hätten Sie auch die Vierziger beseitigt, immerhin eine Art Volksvertretung, Sie führen die Zensur für alle Druckerzeugnisse ein, Sie sind der Kopf eines „Geheimen Rates“, der dreimal in der Woche tagt.
A: Ja. (Pause)
D: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Manchmal geht mir durch den Kopf, dass Sie einiges mit Lenin gemein haben.
A: Der alte Wladimir Iljitsch. Hm. Finden Sie? Ist das eine Auszeichnung? – Also, ich sehe da ganz erhebliche Unterschiede, einen grundsätzlichen Gegensatz … Er hat auch mehr bewegt, er war erfolgreicher …
D: Diese Frage ist ja wohl noch offen.
A: Unsere Auffassung, wonach die höchste Gewalt bei der umfassendsten Gemeinschaft, beim Volke selber liegt, wird von Lenin wie schon von Bodin widersprochen, der jenes Majestäts­recht, das wir Recht des Staates nannten, als eine höchste Gewalt ansieht, die weder durch das Volk, noch durch das Recht, noch durch die Zeitlichkeit des menschlichen Daseins begrenzt sei. Ich kann dem nicht folgen. Die höchste Staatsgewalt ist weder die höchste Macht überhaupt, noch ewig; auch ist sie nicht über das Recht erhaben. „Höchstheit“ kommt ihr deshalb nicht zu, weil es nach göttlichem Recht höhere Gewalten gibt als die mensch­lichen. Auch würde eine völlige unbedingte, absolute Macht, die vom Volk und seinem Recht unabhängig wäre, eine Tyrannis sein.
D: „Staatsregierung und Staatsverwaltung sind Sache des Herrschers, das Eigentum am politischen Ganzen hat das Volk“, haben Sie etwa formuliert.
A: Ja. Aber ich möchte dann doch noch einmal unterstreichen: Die Glieder des politischen Ganzen sind nicht einzelne Menschen, sondern Städte, Provinzen und Landschaften, die sich über die Bildung eines Körpers einig geworden sind. Ihr Kern ist ein stillschweigendes oder ausdrückliches Versprechen, Sachen und Dienste sich gegenseitig zu leisten, auch Hilfe, Rat und Berechtigungen auszutauschen, wie es die Notwendigkeit und das Wohl der Gemein­schaft es verlangen. Zur Mitarbeit am politischen Ganzen werden aber auch die ihm Wider­strebenden herangezogen.
D: Und wenn ein Einzelner zum Beispiel aus Gewissensgründen einem Gesetz nicht gehorchen kann?
A: Die Träger der höchsten Macht sind unmittelbar an das Naturrecht, an die Grundsätze der Billigkeit und an die Gebote Gottes gebunden. Ein Rechtssatz, der sich nicht in Übereinstimmung mit dem Naturrecht befindet, wäre des Namens „Gesetz“ unwürdig.
D: Nun gibt es aber Regierungen, die die ihnen gezogenen Grenzen überschreiten.
A: Selbstverständlich. Erstens, wenn sie tun, was Gott verboten hat, zweitens, wenn sie etwas verbieten oder befehlen, das nicht ohne Verletzung des heiligen Gebotes der Nächstenliebe unterlassen oder getan werden kann. Drittens übertreten sie ihre Grenzen, wenn sie in ihrer Verwaltung ihren eigenen Nutzen suchen, statt sich dem gemeinen Wohl ausschließlich zu widmen. Darum muss das Volk Beamte wählen (ich nenne sie Ephoren), die die Macht­habenden beraten und beaufsichtigen.
Am besten ist es, nur wenige zu wählen. Denn nichts unterstützt die Entwicklung staats­gefährlicher Unternehmungen mehr und ist der Neigung zu Parteiungen und Bürgerkrieg förderlicher, als eine große Zahl von Regierungspersonen, die sich untereinander kaum noch kennen.
D: Wer wäre denn für dieses Amt geeignet?
A: Gewählt werden sollen jene, die über große Macht und Reichtümer verfügen; denn sie set­zen für das Wohl des Ganzen mehr Kraft und Vermögen ein, und können es auch. Gegensei­tige Beobachtung, Überwachung und Zensur zwischen dem Inhaber der höchsten Macht und den Ephoren., dem Herrscher und den Ständen, erhält den Staat bei guter Ordnung und beugt jeder Gefahr, jedem Übel und allem Schaden vor.
D: Im übrigen Vertrauen Sie auf Vernunft, Erziehung und die Beseitigung von Irrlehren. Kenntnisreiche Leute sollen regieren, da folgen Sie Plato.
A: Absolut. Unkenntnis ist ein Unglück für den Menschen.
D: Und Wissen ist Macht. Erlauben Sie, dass ich noch einmal vergleiche, und danach wider­sprechen Sie bitte. Ich sehe das ZK der KPdSU und den Geheimen Rat in Emden, dem Sie vorstanden, der dreimal die Woche tagte und alles in der Stadt bestimmte, einschließlich rein kirchlicher Dinge. – „Nur ein Gott, nur ein Gottesdienst!“ war Ihr Motto, das klingt fast wie „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.“ Zugegeben, Lenin hatte den größten Staat der Welt als Experimentierfeld, Sie nur das kleine Emden, darunter haben Sie ja wohl auch gelitten.
A: Sie wollen mich provozieren. Also, Sie sind wirklich nicht der erste, der meine Überein­stimmung mit einigen sozialistischen Prinzipien entdeckt. Ich bin allerdings für eine gerechte Verteilung der Güter, für eine genossenschaftliche Ordnung.
Die politische Theorie des Sozialismus war ja nicht völlig neu, sondern entdeckte alte Prinzi­pien wieder: nicht Macht, sondern Zusammenarbeit, nicht Befehl, sondern Zustimmung sind dann ausschlaggebend. Soweit zur Theorie.
Jetzt zu meiner Person. Ich war gerne in Emden. Ich bin dem Rufe gefolgt, obwohl mein Landesherr, dem ich viel verdanke, mich in Herborn uns Siegen halten wollte. Ich hatte mehrere Berufungen an berühmte Universitäten während meiner Emder Zeit. Ich habe alle abgelehnt.
D: Sie hatten eine Frau aus Siegen, ich übrigens auch.
A: Das gehört wohl nicht hierher.
D: Und Ihre Kinder …
A: Spielen hier keine Rolle.
D: Pardon. Dann sagen Sie auch nichts über Ihren Bruder, der – genau wie Sie! – Johannes Althusius hieß?
A: Nein.
D: Aus alten Emder Stadtrechnungen und Kirchenratsprotokollen ist zu entnehmen, dass in Emden sicher schon vor Ihrer Zeit Theater gespielt wurde, meist lateinische oder griechische Klassiker, aufgeführt von den Schülern der Lateinschule, also des Gymnasiums. Der Kirchenrat hat große Bedenken, die Gemeindemitglieder werden vor dem Theaterbesuch gewarnt. Viel später, unter Friedrich dem Großen, kommt eine vom König privilegierte Theatertruppe nach Emden. Die Emder, heißt es, sind „verschämt und verstohlen“ über den Wall und durch abgelegene Gassen zum Theaterbesuch geschlichen, denn sie genierten sich und wünschten nicht, von ihren Bekannten gesehen zu werden. – Ihr Werk?
A: Die Leitung durch die Obrigkeit erstreckt sich auf das geistige und leibliche Wohl der Untertanen. In erster Linie ist dabei auf die Erziehung der Gemeinschaftsmitglieder zu sehen. Nun gibt es nützliche und ehrsame Berufe wie die des Bauern oder Handwerkers, nützlich und notwendig auch der Schiffer und der Kaufmann. Darunter stehen schmutzige Tätigkeiten wie Kohlenträger und Steinklopfer. Unwürdige Berufe sind Zöllner, Wechsler und Hausierer, da es bei ihnen nicht ohne Lug und Trug abgeht. Und schließlich gibt es Berufe, die mehr schaden als nützen, weil sie aus der Genuss-Sucht den Vorteil ziehen und nur dem bloßen Vergnügen und unwichtigen Bedürfnissen dienen, dazu gehören Gaukler, Bänkelsänger und wandernde Schausteller. Gottlose Künste sind wegen ihrer Schädlichkeit für die guten Sitten und auch wegen ihrer völligen Nutzlosigkeit in keinem Staat zu dulden.
D: Wir wechseln das Thema. Sie waren Leiter der Emder Politik, und diese Tätigkeit haben Sie wahrlich intensiv betrieben. Mir ist erst jetzt aufgefallen, dass Emden ja nach der Revolution in der Praxis eine sehr starke Stellung in Ostfriesland hatte, aber theoretisch hätten die Ritter, Bauern, schon die anderen Städte, Emden leicht eine andere Politik aufzwingen können.
A: Allerdings. Es gab drei Kurien: Ritterschaft, Städte, Bauern. Es wurde nach der Mehrheit der Kurien abgestimmt, glücklicherweise war die Ritterschaft meistens auf unserer Seite.
D: Sie wollten aber auch Sitze in der Ritterschaft für Emden.
A: Emden besaß sieben Herrlichkeiten an der Ems, das wären sieben Stimmen, dann hätten wir die Mehrheit im Ritterstand gehabt.
D: In der Städtekurie stand es 2:1, Aurich und Norden gegen Emden. Trotzdem setzte sich meistens Emden durch. Wie kam das?
A: Emden hatte immer den Vorsitz, wir durften als erste reden. Ich hatte immer die besseren Argumente. Davon abgesehen war es eine schreiende Ungerechtigkeit, dass die beiden Städtchen jedes genauso eine Stimme hatte wie die eigentliche Hauptstadt Ostfrieslands.
D: Darum wollten Sie, dass allein Emden die Städtekurie bilden solle. Oder dass Aurich und Norden zusammen nur 49 % zählen sollten. Dann hätte Emden immer die Mehrheit gehabt.
A: Das war unser Ziel.
D: In der Literatur wird die Politik der Stände, also Emdens, also eigentlich die Rolle des Johannes Althusius, in der Regel eher negativ gesehen, scheuklappenhaft und perspektivlos. Sie hätten dem Lande geschadet, sie wollten nur ihre ungerechtfertigten Vorteile verteidigen, auch ihr Finanzgebaren sei nicht von Missbräuchen frei…
A: Sicher. Aus der Sicht des Absolutismus gesehen. Und diese Sichtweise vernebelt manchen Historikern bis heute das Hirn. Es ist doch absurd, dass der Landesherr das Gute wollte für Ostfriesland, die Stände das Schlechte. Unsere Politik legte der Landesherrschaft Fesseln an, das verhinderte schlichte Willkür des Grafen. Gucken Sie sich da doch einmal die Bedingungen in anderen kleinen und großen Territorien des Heiligen Römischen Reiches an. Bei uns herrschte wenigstens Rechtssicherheit, und das kam der gesamten Bevölkerung zugute. Was das Geld angeht, nun ja. Da war nicht alles in Ordnung. Aber zumindest wurde unsere Finanzverwaltung von gewählten Vertretern kontrolliert. Sie dürfen da nicht moderne Maßstäbe ansetzen. – Ich glaube, wir haben unsere Aufgabe erfüllt.
D: Sie sind der erste Deutsche, der Politik systematisch behandelt hat. Sie haben in Emden Ihre Theorie in die Praxis umgesetzt. Ihr Werk ist die einzige systematische Theorie des nieder­ländischen Aufstandes, in Westeuropa und den USA genießen Sie großes Ansehen, in Deutschland sind Sie immer noch umstritten. –
Johannes Althusius, Sie sind ein bemerkenswerter Mann.
A: Vielen Dank.

Carl-Heinz Dirks 2000

Johannes Althusius, * in Diedenhausen (heute Teil der Stadt Bad Berleburg) wohl 1563, als Professor tätig unter anderem in Burgsteinfurt, darauf seit 1586 Dozent, 1602 Rektor an der (reformierten) Universität in Herborn, ab 1604 Syndikus der bedeutenden Stadt Emden,  1938 in Emden. Sein grundlegendes Werk „Politica methodice digesta“ , die „Politica“, erschien 1603 auf Lateinisch, 1932 auf Englisch (Carl Joachim Friedrich, Cambridge, Mass.) bis heute nur in Teilen auf Deutsch erschienen (Erik Wolf, Frankfurt / M. 1949). Eine Übersetzung von Heinrich Janssen (vgl. Literaturliste) liegt nur als Manuskript vor. In Münster gibt es eine 1959 gegründete Johannes-Althusius-Gesellschaft, in Berleburg ein Johannes-Althusius-Gymnasium.

Literatur zum Thema
Es liegen weit über 15000 Titel zu Althusius und seiner geistigen Welt vor. Deshalb hier nur eine kleine, auf Emden bezogene Auswahl.

1.[Althusius], Politische Theorie des Johannes Althusius. Hrsg. v. Karl-Wilhelm Dahm/ Werner Krawietz/ Dieter Wyduckel. Vorwort von Werner Krawietz. Berlin 1988. (= Rechtstheorie Beiheft 7) [Ergebnisse eines Symposions zu Althusius]
2.Antholz, Heinz Werner, Die politische Wirksamkeit des Johannes Althusius in Emden. Aurich 1955 (= Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands, Heft 32)
3.Biographisches Lexikon für Ostfriesland. Hrsg. im Auftrag der Ostfriesischen Landschaft von Martin Thielke. Erster Band. Aurich 1993: Artikel „Johannes Althusius“
4.Brandt, K./ H. van Lengen/, H. Schmidt/ W. Deeters, Geschichte der Stadt Emden von den Anfängen bis 1611 = „Ostfriesland im Schutze des Deiches“ Bd. X. Leer 1994
5.Claudi, Marianne und Reinhard, Goldene und andere Zeiten. Emden, Stadt in Ostfriesland. Emden 1982 [im Beiheft einige Ausschnitte aus der „Politica“ des Johannes Althusius in deutscher Sprache]
6.Emder Jahrbuch. Jahrbuch der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer zu Emden. Emden 1872 ff, Aurich 1949 ff
7.[Emmius] Ubbo Emmius. Een Oostfries geleerde in Groningen. / Ubbo Emmius. Ein Ostfriesischer Gelehrter in Groningen. Hrsg. W. Kuppers. Groningen/Emden 1994
8.Friedrich, Carl Joachim, Johannes Althusius und sein Werk im Rahmen der Entwicklung der Theorie von der Politik. Berlin 1975
9.Gebhardt, Georg, Wer war Johannes Althusius? Eine Betrachtung von G. G. Vervielfältigtes Manuskript Emden 1992 [Der Verfasser war bis 1997 Lehrer am JAG (Latein / Geschichte )]
10.Janssen, Heinrich, Die Bibel als Grundlage der politischen Theorie des Johannes Althusius. Frankfurt am Main/ Bern/ New York/ Paris 1992 (= Europäische Hoch­schulschriften 23)
11.Kappelhoff, Bernd: Emden als quasiautonome Stadtrepublik (1611-1749) (= Ost­friesland im Schutze des Deiches, Bd. XI.), Leer 1994 – [wohl das beste Buch zur Emder Stadtgeschichte (meint CD). Der Autor war Schüler des JAG, heute Direktor des Nds. Staatsarchivs Hannover.]
12.Lengen, Hajo van (Hrsg.): Die „Emder Revolution“ von 1595. Kolloquium der Ostfriesland-Stiftung am 17. März 1995 zu Emden. Aurich 1995
13.Reeken, Erich van (Hrsg.), Ostfriesische Schriften aus der beginnenden Neuzeit. Ubbo Emmius, Henricus Paulinus, Johannes Althusius. Leer 1993.
14.Wiemann, Harm, Die Grundlagen der landständischen Verfassung Ostfrieslands. Die Verträge von 1595 bis 1611. Aurich 1974
15.Schmidt, Heinrich, Politische Geschichte Ostfrieslands (= Ostfriesland im Schutze des Deiches Bd. V). Leer 1975
16.Siebert, Ernst/ Walter Deeters/ Bernard Schröer, Geschichte der Stadt Emden von 1750 bis zur Gegenwart (= Ostfriesland im Schutze des Deiches Bd. VII). Leer 1980.
17.Smid, Menno, Ostfriesische Kirchengeschichte (= Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. VI). Leer 1974
18.Vries, Susanne de, Das Zeitalter der Ständekämpfe. Politik in Emden und Ostfriesland von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Osterhusischen Akkord 1611. Manuskript Emden / Greetsiel 1995 [Die Verfasserin machte 1996 Abitur am JAG und studierte Geschichte und Philosophie in Vechta. Sie ist eine der wenigen wirklichen Kennerinnen der Ideen des Johannes Althusius.